Cannabis produziert, wie viele andere Pflanzen auch, eine große Anzahl chemischer Moleküle, die als Terpene bekannt sind. Sie sind der wichtigste Faktor dafür, dass jede Cannabissorte einzigartig riecht und schmeckt.
Neben der Abschreckung von Pflanzenfressern und der Anlockung von Bestäubern spielen diese Chemikalien auch andere wichtige Rollen in der Pflanzenphysiologie. Sie erhalten jedoch größere Aufmerksamkeit aufgrund der Möglichkeit, dass sie die physiologischen Wirkungen von Cannabis beeinflussen könnten.
Chemische Klassifizierung der Terpene
Terpene werden chemisch nach der Anzahl der sich wiederholenden Isopreneinheiten klassifiziert, die sie enthalten. Monoterpene bestehen beispielsweise aus einer einzigen Isopren-Einheit, Sesquiterpene hingegen aus zwei.
Ihre Reaktivität, ihr Geruch und ihre möglichen biologischen Folgen sind alle auf ihre einzigartige chemische Zusammensetzung zurückzuführen. Über 200 einzigartige Terpene wurden aus Cannabis isoliert.
Wichtige Terpene in Cannabis
Myrcen, Limonen, Caryophyllen, Pinen und Linalool sind einige der häufigsten Terpene in Cannabis. Mit jedem dieser Terpene ist ein einzigartiger Duft verbunden. Myrcen hingegen hat ein holziges Aroma und Limonen ein zitrusartiges.
Das Aroma und der Geschmack von Cannabis werden stark von Terpenen wie diesen beeinflusst, deren Konzentration von Sorte zu Sorte variieren kann.
Die Wechselwirkung von Terpenen und Cannabinoiden
Terpene sind für Cannabis von entscheidender Bedeutung, da sie Synergieeffekte mit Cannabinoiden wie Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidiol (CBD), den wichtigsten psychoaktiven und nicht-psychoaktiven Bestandteilen der Pflanze, haben.
Der Entourage-Effekt beschreibt, wie die verschiedenen Bestandteile von Cannabis, wie THC und Terpene, zusammenwirken, um die Gesamtwirkung der Pflanze zu erzielen. Einige Terpene können beispielsweise die medizinischen Wirkungen von Cannabis verstärken oder ihre euphorisierende Wirkung verändern.

Das therapeutische Potenzial der Terpene
Darüber hinaus haben Terpene nachweislich das Potenzial für therapeutische Zwecke. Linalool beispielsweise hat sedierende Eigenschaften und könnte erklären, warum einige Cannabissorten so entspannend wirken. Auf der anderen Seite kann Caryophyllen Entzündungen reduzieren.
Diese Vorteile werden nicht nur im Zusammenhang mit dem Cannabiskonsum untersucht, sondern sind auch für Forscher in anderen Bereichen wie der Aromatherapie und der Kräutermedizin von Interesse.
Beschränkungen der Forschung und zukünftige Richtungen
Diese vorläufigen Ergebnisse sind vielversprechend, aber es sind noch weitere Studien erforderlich, um die komplizierte Beziehung zwischen Cannabinoiden und Terpenen und ihre Auswirkungen auf den menschlichen Körper richtig zu verstehen.
Die meisten der bisher durchgeführten Forschungsarbeiten gelten als "präklinisch" oder wurden nicht am Menschen durchgeführt. Aufgrund rechtlicher Beschränkungen in vielen Ländern hat die Cannabisforschung besondere Schwierigkeiten.
Mit der Lockerung der Cannabisvorschriften in immer mehr Bereichen werden die Wissenschaftler jedoch mehr Gelegenheit haben, diese Chemikalien zu erforschen.
Terpene und Verbraucherentscheidungen
Während diese Frage noch geklärt wird, können Verbraucher und Patienten den Terpengehalt nutzen, um fundierte Entscheidungen über Cannabis zu treffen.
Neben dem Cannabinoidgehalt werden inzwischen auch Terpenprofile sowohl von Apotheken als auch von Herstellern angeboten.
Die Menschen werden in der Lage sein, fundiertere Entscheidungen darüber zu treffen, welche Gegenstände am ehesten den gewünschten Nutzen bringen, sei es Beruhigung, Wachsamkeit, Schmerzlinderung oder etwas ganz anderes.


